| Unter Altstadt bzw. mittelalterlicher Stadt versteht man gewöhnlich den Laubentrakt mit dem Kornplatz an einem und dem Pfarrplatz an dem anderen Ende, das Steinachviertel, die Leonardo da Vinci Str., den Rennweg und die drei noch erhaltenen Stadttore. Zum Stadtkern gehören heute auch die Freiheitsstr., der Theater- und | Sandplatz und die Post- und Theaterbrücke. Der ältere römische Stadtkern „ Castrum Majense“ lag wahrscheinlich im heutigen Villenviertel Obermais. Auch in jüngster Vergangenheit wurden dort durch zufällige Aushubarbeiten Reste einer römischen Siedlung gefunden. |
| Ein alter, sehr gepflegter Stadtteil von Meran ist die Laubengasse. Sie wurde von Meinhard II., Graf von Tirol, im 13. Jahrh. erbaut und besteht aus einer zweireihigen „ Häuserflut“ mit niedrigen Laubengängen. Diese beginnt am Pfarrplatz und endet nach ca. 400 m am Kornplatz. Ihre verwinkelten Hinterhöfe und die abenteuerlichen Treppenaufgänge sind ineinander verschachtelt | und durch finstere Durchgänge verbunden. Die Fassaden aus verschiedenen Stilepochen sind von zierlichen Erkern und zahlreichen Torbögen geschmückt. |
| liegt am unteren Ende der Laubengasse und diente einst den Handelsbetreibenden aus dem ganzen Land als Markt-und Lagerplatz. Heute befindet sich auf dem Kornplatz das Gerichtsgebäude und Gefängnis, gegenüber die Volksbank, die auf alten Mauern des 1782 aufgelassenen Klarissenklosters erbaut wurde. | ![]() Relikte davon sind heute noch erhalten, so der Innenhof, ein Rundgang und einige kleienere räumliche Details. |
| Zwischen der Pfarrkirche, dem Passeirer Tor und dem rechten Passerufer liegt dieser malerische Stadtteil, der zu Zeiten der Grafen von Tirol Stadtkern war ( Hallerstrasse, Passeirergasse und Steinachplatz) . Im 13. Jahrhundert wurde hier mit dem Stadtbau begonnen. Viele der gut erhaltenen Bauten erinnern noch heute an den ursprünglichen Charakter der Stadt, besonders in der Nähe der „Klause“ beim Passeirer Tor. Zum Namen Steinach: Meran scheint als geographische Bezeichnung urkundlich erst 857 auf, als „Flur Mairan“ ( übersetzt Steinach) | was als Hinweis auf das Geröll und den Schuttkegel der Passer gedeutet wird. Der Steinerne Steg ( oft Römerbrücke) genannt, im 17. Jahrhundert an Stelle eines Holzsteges errichtet, verbindet Steinach und damit die Altstadt mit der Gilfpromenade und mit dem Stadtteil Obermais. Es ist dies die älteste heute noch bestehende Brücke über die Passer. |
| Bis 1881 stand an dieser Stelle das vierte ( Ultner) Stadttor. Hier konzentrierte sich schon früh der Stadtverkehr. Die bauliche Gestaltung des Platzes hat sich durch die Jahrhunderte hindurch stark verändert und hat mit dem einstigen Erscheinungsbild nichts mehr gemeinsam. | |
| Der ins Stadtzentrum führende Rennweg wird von zahreichen Geschäftshäusern umsäumt. Die mittelalterlichen Bauten mit ihren Fassaden und Erkern machen diese Zufahrtsstrasse zu einer Postkarten-Sehenswürdigkeit. Mehrere historische Versionen gibt es zur Benennung dieser Straße: Einerseits war sie im 14. Jahrhundert ein beliebter Schauplatz, wo sich flinke Ritter bei den Lanzenspielen im Rennen und | Stechen maßen, andererseits könnte die Bezeichnung „ Rennweg“ auch von der Übersetzung des italienischen „ Corso“ stammen, die Bezeichnung für einen typische italienische Flanier- und Handelsstrasse. |
| Zwischen dem Bozner Tor und dem Passerufer gab es früher eine natürliche Flusswindung, in der sich der Passersand ablagerte. Aus diesem Grund nannte man den dort errichteten Platz „ Sandplatz“. Hier – neben dem Bozner Stadttor- befindet sich eine der ältesten Herbergen Merans: das frühere Hotel“ Erzherzog Johann“ , das später zum Hotel „ Esplanade“ umbenannt wurde. Bis 1913 befand sich in einigen Zimmern das Gebäude des Postamt. Heute hingegen reihen sich im renovierten „ Esplanade“ Gebäude, Geschäfte und öffentliche Ämter aneinander. | Genau gegenüber liegt der Ansitz Hohensaal, in dem sich heute das Institut der Englischen Fräulein ( Kloster der Kongregation und Schülerinnenheim) und eine neuromanische Kirche ( die Herz Jesu Kirche) befindet. Die Leonardo da Vinci Strasse ( frühere Postgasse) hinter dem Bozner Stadttor verbindet den Sandplatz mit dem Pfarrplatz. |
| existiert heute nicht mehr, stand ungefähr an der Stelle des heutigen Stadttheaters. 1881 wurde es dem Durchzugsverkehr und der Errichtung des Theaterplatzes geopfert. Ein geschichtliches Kuriosum: Der zum Tor gehörende Stadtturm war Sitz eines Gefängnisses für Schwerverbrecher. | Einige Marterwerkzeuge waren darin noch bis zum Niederreißen des Tores zu sehen. |
| am Rennweg: wahrscheinlich das älteste der Stadttore, 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Im 18. Jahrhundert umgebaut, diente es eine Zeitlang als Bürgergefägnis und Schuldturm. Auch der Tiroler Held Andreas Hofer wurde in seiner Nähe eingesperrt ( Gedenktafel). | Im nahegelegenen Haus des heutigen Hotels zum Grafen von Meran fand am 28. Jänner 1810 sein erstes Verhör statt. |
| Schlank und erfeubewachsen reckt sich dieser viereckige Stadtturm mit Giebelbedachung empor. Dieses Tor ist kunsthistorisch betrachtet das vielschichtigste der drei erhaltenen Stadttürme und zeigt auch Teile der abgerissenen Stadtmauer. | ![]() |
| Die ist Merans Jugendstilbrücke par excellence. Der östliche Zugang zur Stadt war für die Meraner Geschäftsleute sehr wichtig, so erbauten sie im Jahr 1909 die Postbrücke und schufen damit die Verbindung Heiliggeistkirche/ Spitalskirche mit dem Sandplatz. | Erst vor einigen Jahren renoviert, ist sie heute die eleganteste Brücke Meran. |
| Der erste Brückenbau entstand im Jahr 1574 und trug den Namen „ Naggelte Steg“, was soviel wie wackeliger Steg bedeutet. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Brück mehrmals umgebaut, aber erst 1906 entstand die Theaterbrücke – damals Kaiserbrücke- so wie wir sie kennen. | |
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