Unterwegs

mit dem Naturburschen

in Südtirols Bergwelt

Eine Story

aus dem Jahr
2016

Zweimal wöchentlich zeigt Wander- & Bike Führer Luis den Gästen Südtirols Bergwelt.

Bei einem Ausflug ins Passeiertal nimmt er Sie mit in seine Kindheit.

„Damit könnt ihr stundenlang wandern“, sagt Luis und zeigt auf den Beifuß, den sich angeblich schon die Römer in die Sandalen legten. Der Wanderführer kann die Pflanze ebenso bestimmen wie den Sauerampfer, den Frauenmantel oder die wilde Brunnenkresse, die er gerade den Gästen entgegenstreckt. Keiner hätte die essbare Pflanze erkannt, alle sind sie begeistert von ihrem Geschmack: leicht scharf, wie Kresse, nur viel intensiver.

Jede Woche ist Wanderführer Luis mit den Gästen unterwegs – seit 15 Jahren. Das Ziel der zwölfköpfigen Gruppe ist heute ein ganz besonderes: die Pfistradalm im Passeiertal. Auf einer der ältesten Almen Südtirols verbrachte der Wanderführer vier Sommer seiner Kindheit. Seine Großeltern hatten die Hütte in den 1980er-Jahren bewirtschaftet. Mit dem Kleinbus fährt Luis seine Gäste an seinem Wohnort Sankt Martin in Passeier vorbei zum Ausgangspunkt der Wanderung. Nach einem etwas steileren Aufstieg führt die Tour über einen gemütlichen Forstweg durch weite Wiesen vorbei an einsamen Höfen. In allen Richtungen türmen sich die Berge. Wanderführer Luis kennt sie und ihre Geschichten. Immer wieder bleibt er stehen, um zu erzählen: die Sage vom zornigen Nörggele, eine Sagengestalt der Gegend, die den Bergbewohnern das Leben schwer machte, oder von der List der Bauern, die Gruben schaufelten, um Bären zu fangen. „Der Luis ist ein richtiger Naturbursche“, befinden die Gäste bald. Einige von ihnen sind nicht das erste Mal mit ihm unterwegs. Ein deutsches Paar ist zum siebten Mal im Plantitscherhof, ein Ausflug mit Luis gehörte immer dazu. Auf der Pfistradalm waren sie trotzdem noch nie.

Jede Woche neue Erlebnisse & Wandertouren

Nach eineinhalb Stunden gemütlicher Wanderung schieben sich ein schmuckes Kirchlein und zwei Almhütten in die Kulisse. Die etwa 800 Jahre alte Holzhütte auf der linken Seite ist heute ein Museum. Die Alm rechterhand ist bewirtschaftet. Der Wanderführer und seine Gäste sitzen bald bei Kaminwurzen, Knödel und Kaiserschmarrn auf der Terrasse der Alm, dann führt Luis die Gruppe nebenan ins Museum. Einen besseren Begleiter in die kühlen kleinen Kammern gibt es wohl kaum. Der Wanderführer steht in der dunklen Küche des Blockbaus und zeigt in alle Richtungen: Da wurde der Käse gemacht, dort der Speck aufgehängt. Und hier stand seine Großmutter am offenen Herd über dem Feuer und bereitete Muas zu. Die Zutatenliste für die traditionelle Speise aus Weizen- und Maismehl, Milch und Butterschmalz liefert er gleich mit.

„Wo liegt denn jetzt Meran?“ fragt der Wanderführer, wieder im Freien. Nur einer der Gäste liegt richtig, zehn andere zeigen in die entgegengesetzte Richtung. Gut, dass Luis hier das Kommando hat. Auf dem Rückweg packt er schnell noch ein paar Kräuter in seinen Wanderrucksack. Luis ist auch der Saunameister im Plantitscherhof. Für den Abend plant er einen Kräuteraufguss. Davon kann Luis auch allerhand erzählen.

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